| Kirchenbetrüger soll 7,5 Jahre büßen |
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Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei. Verteidiger gibt Bistum wegen fehlender Kontrollen eine Mitschuld an den Unterschlagungen Von Joachim Heidersdorf Staatsanwalt und Verteidiger sind sich immerhin in zwei Punkten einig: Der vom langjährigen Rentamtsleiter des Bistums Limburg durch Unterschlagungen begangene Schaden ist außergewöhnlich hoch und der Zeitraum der kriminellen Handlungen sehr lang. Werner Jung-Diefenbach hat sich 25 Jahre lang mit Kirchengeldern bereichert. Allein in den strafrechtlich relevanten vergangenen fünf Jahren steckte er 2,7 Millionen Euro in die eigene Tasche, insgesamt veruntreute der Kassenchef rund fünf Millionen. Aber in allen anderen Fragen liegen die «Gegenspieler» weit auseinander – vor allem in zwei zentralen. Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen glaubt, dass Jung-Diefenbach die riesige «Beute» trotz seines luxuriösen Lebensstils nicht verbraucht haben kann. «Das Geld ist weg», behauptet dagegen Verteidiger Detlev Rörig. Der Betrüger hat bis heute keinen Beitrag zur Schadenswiedergutmachung geleistet, kritisiert Herrchen. Das will er jedoch tun, erläutert Rörig. Im Raum steht ein Schuldanerkenntnis über 3,7 Millionen Euro. Der Staatsanwalt geht von einem besonders schweren Fall der Untreue aus, weil der Angeklagte sein Vermögen durch gewerbsmäßiges Handeln beträchtlich vermehrt hat. Die Darstellung des heute 55-Jährigen, er sei sich im Angesicht seiner Enkelin seiner Schuld bewusst geworden, nennt Herrchen «eine traurige, schöne, aber unwahre Geschichte». Tatsächlich habe sich die Schlinge über zwei Jahre immer enger zugezogen, bis er aufgrund eines Ultimatums aufgeben musste. Herrchen zerstört die Aura des liebenden Familienvaters und rechtschaffenen Biedermanns. Er habe sich durch «Lug und Trug» Vorteile verschafft, auch durch seine Geliebten im Rentamt. «Sein Ziel war es, auf Kosten anderer Menschen fürstlich zu leben», sagt der Staatsanwalt. «Geschädigt ist jeder, der im Bistum Kirchensteuer gezahlt hat.» Der Verteidiger gibt den Verantwortlichen im Bistum eine Mitschuld. «Die vorgeschriebenen Prüfungsmechanismen sind nicht beachtet worden», sagt Rörig. «In der Finanzverwaltung kannte niemand die Vorschriften.» Wenn das Bistum nicht so fahrlässig gehandelt hätte, wäre der Schaden in den beiden vergangenen Jahren vermieden worden. hei [Hier] finden Sie den Original Artikel auf der NNP Seite mit eventuellen Kommentaren unter dem Artikel. [Hier] im Webauftritt von Lindenholzhausen.de finden Sie unseren Artikel "Untreue-Prozess: Berichte & Ergebnisse" mit der Historie und entsprechenden Links. |



